Aus der Vereinschronik

Am 19.05.1958 wurde in einer Gründungsversammlung, an der 55 Personen teilnahmen, ein Verein aus der Taufe gehoben, der den Namen "DJK-SSV Großenlüder 1958 e.V." tragen sollte.

Sinn und Zweck des neugegründeten Vereins war es, neben dem Fußball eine Alternative für die Ausübung von sportlichen Aktivitäten zu schaffen. So waren anfänglich die Sportarten Leichtathletik, Handball und Tischtennis als nebeneinander gleichberechtigte Abteilungen anzusehen. Als Vereinsfarben wurden Schwarz und Weiß ausgewählt.

Das erste Handballspiel überhaupt fand am 5.Juli 1958 gegen Hainzell statt, wobei man eine 6:17 Niederlage hinnehmen musste.
Höhepunkt des ersten Vereinsjahrs war zweifellos die Einweihung, des von Ferdinand Klitsch bereitgestellten Sportplatzes am 15.August 1958. Neben einem Leichtathletik-Sportfest fand auch das erste Punktspiel der Senioren statt, dass mit 10:11 gegen Hainzell verloren wurde.
Die Jugendmannschaft unterlag mit 4:17 gegen FT Fulda.

Die Abteilung Leichtathletik, deren Ausübung als Grundlage und Vorraussetzung für weitere sportliche Disziplinen gedacht war, hatte jedoch nicht lange Bestand. Mit zunehmender Dauer nahm die Abteilung Handball die dominierende Position innerhalb des Vereins ein. Auch eine später eingeführte Schachabteilung konnte sich nicht lange halten. Ihren ersten Sieg in einem Punktspiel errang die Senioren-mannschaft im Jahre 1959 mit einem 11:10 über die Fuldaer Turnerschaft (FT). In der Hallenhandballkreisklassenrunde siegte die DJK in einem Entscheidungsspiel gegen FT Fulda in der Fuldaer Gallasini-Halle mit 6:3 und sicherte sich damit zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte einen Meistertitel. Dass man in diesem Spiel nicht gerade sanft zur Sache ging, dokumentierte die Volkszeitung in ihrer Ausgabe vom 21.03.1960 so:
"Mit Großenlüder wurde in diesem Jahr eine Mannschaft gekürt, die sich den Titel zwar redlich, aber in einer sehr harten Gangart erworben hat...Was sich in der Folgezeit abwickelte, war mehr ein Holzhackerspiel als ein Hallenhandballspiel."

Im gleichen Jahr errang Großenlüder auch den Kreismeistertitel im Feldhandball. Grund hierfür war der Rückzug der führenden Mannschaft von FT Fulda während der Runde.

In den folgenden Jahren konnte die Seniorenmannschaft der DJK weitere Erfolge für sich verbuchen. So konnte man in den Jahren 1961, 1963 und 1964 jeweils den Kreismeistertitel im Feldhandball erringen, 1971 den Bezirksmeistertitel auf dem Großfeld und anschließend sogar in der Verbandsliga Hessen Nord um Punkte kämpfen. Im Jahre 1975 war das Ende des Großfeldhandballspiels im hiesigen Bezirks angesagt. Lediglich bei diversen Turnieren trat ab und zu eine Großfeldmannschaft der DJK zu einem Einlagespiel an.

Auch in der Halle schrieb die DJK-SSV Handballgeschichte. Nach dem ersten Kreismeistertitel 1960 folgten fünf weitere in den Jahren 1961, 1963, 1966, 1967 und 1972. Letzterer bescherte den endgültigen Aufstieg in die Bezirksklasse, wo man in der Saison 1974/75 erstmals zu Meisterehren kam. Zum Spitzenspiel gegen Flieden pilgerten am 24.11.1974 700 Zuschauer in die Petersberger Kreissporthalle und sorgten damit für einen Zuschauerrekord in der Vereinsgeschichte, der über 23 Jahre anhalten sollte. Erst im Punktspiel am gegen die SG Petersberg war ein Zuschauerzuspruch zu verzeichnen. Den Titel sicherte man sich erst am letzten Spieltag - nach einem Kopf- an -Kopf rennen zwischen der DJK und dem TV Flieden- durch einen 17:15 Sieg in Hünfeld.

Gleichzeitig hatte man sich für den Aufstieg in die Verbandsliga - die heutige Oberliga - qualifiziert. Auch wenn man im gleichen Jahr den Weg wieder nach unten antreten musste, hatte die Mannschaft doch so viel Erfahrung gesammelt, dass sie zwei Jahre später in der Bezirksklasse nach einem dramatischen Meisterschaftsfinale punktgleich mit dem TV Heringen den ersten Tabellenplatz belegte, und damit ein Entscheidungsspiel um den Meistertitel notwendig wurde.

In dieser Begegnung, die ebenfalls in Hünfeld stattfand, wurde Heringen in einem unvergleichlichen Spiel mit 19:15 besiegt und die DJK konnte zu ihrem 20 jährigen Bestehen erneut den Bezirksmeistertitel und den Aufstieg in die Verbandsliga feiern. Drei Jahre spielte man nun hintereinander in der höchsten hessischen Spielklasse, konnte aber 1981 den Abstieg nicht vermeiden. Ausgerechnet ein Jahr wurde die neue Großsporthalle in Großenlüder fertiggestellt, so dass die Fahrten zu Training und Spiel in die bisher genutzte Petersberger Kreissporthalle endlich der Vergangenheit angehörten. Lange Jahre war der SSV fester Bestandteil der Bezirksklasse Fulda und spielte auch jedes Mal im oberen Tabellendrittel mit, ohne jedoch den ganz großen Erfolg für sich verbuchen zu können. Erst in der Saison 1991/92 gelang es einer Mannschaft, die schon jahrelang in der Jugend zusammen gespielt hatte, wieder den Bezirksmeistertitel zu erlangen und für ein Jahr Oberligaluft zu schnuppern.
Pünktlich zum 40 jährigen Bestehen des Vereins konnte der Erfolg wiederholt werden.

Ihren größten Triumph feierten die Handballer jedoch 1997 beim DJK-Bundessport-fest in Düsseldorf, wo die besten 16 DJK-Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet ihren Meister ausspielten. In überlegener Manier schlug die Mannschaft jeden Gegner (auch Regionalligist), der sich ihr in den Weg stellte, und konnte verdientermaßen auch das Finale gegen die Mannschaft aus Rimpar siegreich gestalten.

Nachdem die zweite Seniorenmannschaft in den Jahren 1983 und 1990 die Meisterschaft in der Kreisklasse B für sich entscheiden konnte, schaffte sie in der Saison 1996/97 den Sprung von der Kreisklasse A in die 2. Bezirksklasse, wo sie eine überraschend gute Platzierung erreichte. Heute kann das Team als Unterbau der ersten Mannschaft Sprungbrett nach oben für talentierte junge Spieler werden.

Von 1992 bis 1994 konnte die inzwischen nicht mehr existierende dritte Seniorenmannschaft, die sich aus älteren Spielern zusammensetzte, dreimal in Folge ungeschlagen den Meistertitel in der Kreisklasse B erringen.

Auch bei den Frauen ist man seit nunmehr 32 Jahren ununterbrochen am Ball. Nach Gründung der Damenmannschaft im Jahre 1970 konnte 1976 die Kreismeisterschaft und damit der Aufstieg in die Bezirksklasse verbucht werden. Zwar musste man die Klasse 1978 wieder verlassen, konnte aber den unmittelbaren Wiederaufstieg schaffen. Bis 1990 spielte die Frauenmannschaft ohne Unterbrechung in der Bezirksklasse. 1983 wurde die Mannschaft sogar Bezirksmeister, verzichtete aber auf den Aufstieg in die damalige Oberliga. Nach einigen Jahren in der Kreisklasse spielt man seit der Saison 1997/98 als Spielgemeinschaft mit Hainzell wieder in der Bezirksklasse.

Seit Gründung des Vereins ist die DJK bemüht, durch ihre Jugendarbeit, sowohl im männlichen, als auch seit 1978 im weiblichen Bereich, für den Nachwuchs der Seniorenmannschaften zu sorgen. Stellvertretend für die vielen Auszeichnungen von Jugendmannschaften soll an dieser stelle die weibliche D-Jugend, die 1997 den Bezirksmeistertitel gewann, genannt werden.